Hey! Benji hier. Marvel scheint gerade den Farbtopf ein Stück weiter wegzustellen und dafür genauer hinzusehen. Beim kommenden „X-Men“-Reboot soll Pat Scola die Kamera führen – eine Wahl, die sich deutlich von der üblichen großen Blockbuster-Optik abheben könnte.

Der neue „X-Men“-Film ist für den 3. Mai 2028 angekündigt. Pat Scola selbst nennt auf seiner Homepage seine Beteiligung an dem Projekt. Damit steht hinter der Kamera ein Filmschaffender, dessen bisherige Arbeiten eher für geerdete und natürliche Bilder bekannt sind als für knallbunte Superheldenwelten.

Scolas bislang größter Film als Kameramann war „A Quiet Place: Tag Eins“. Daneben arbeitete er an Produktionen wie „Sing Sing“, „Lurker“ und „The Death Of Robin Hood“. Auch der Trailer zu „Pig“ zeigt den Bildstil, mit dem sein Name verbunden wird. Das ist also weniger „alles leuchtet, weil es teuer war“ und mehr „die Umgebung darf ruhig so aussehen, als gäbe es sie wirklich“.

Genau darin liegt der Reiz der Personalie. Das Marvel Cinematic Universe hat seine visuelle Sprache im Lauf der Jahre mehrfach verändert, doch Scolas naturalistische Arbeit bewegt sich noch einmal in eine andere Richtung. Ob der „X-Men“-Reboot diesen Stil vollständig übernimmt oder nur einzelne Elemente daraus nutzt, ist durch die vorliegenden Angaben nicht geklärt. Sicher ist bislang lediglich seine Funktion als Kameramann.

Der Film passt damit zu einer Reihe von Marvel-Projekten, die neue Impulse setzen sollen. Bei „Black Panther 3“ wurde bereits bestätigt, dass der Film auf 70mm gedreht wird. Das ist für eine MCU-Produktion ungewöhnlich, da Blockbuster dieser Art überwiegend digital entstehen. Regisseur Ryan Coogler hatte zuvor mit „Blood & Sinners“ gezeigt, dass er mit diesem Format umgehen kann.

Auch das Ensemble vor der Kamera bringt eine auffällige Genre-Prägung mit. Samara Weaving, bekannt aus „Ready Or Not“, soll Emma Frost spielen. Indie Navarrette, die durch „Obsession“ Aufmerksamkeit erhielt, ist als Rogue vorgesehen. Christopher Abbott, der unter anderem aus „Possessor“ und „It Comes At Night“ bekannt ist, übernimmt die Rolle von Charles Xavier.

Die Kombination aus dieser Besetzung und Scolas Beteiligung ergibt ein Bild, das weniger nach routiniertem Superhelden-Baukasten klingt. Das ist eine redaktionelle Einordnung, kein bestätigtes Versprechen über den fertigen Film – Coco würde an dieser Stelle vermutlich sehr streng mit dem Rotstift wedeln. Über weitere Einzelheiten zur Handlung oder zur konkreten visuellen Umsetzung liegen in den gelieferten Informationen keine bestätigten Angaben vor.

Marvel kommt dabei aus einer Phase, in der die Begeisterung für das MCU nachgelassen hatte. Als Beispiele für zuletzt besser aufgenommene Filme werden „The Fantastic Four: First Steps“ und „Thunderbolts*“ genannt. Mit „Deadpool & Wolverine“ sowie „Spider-Man: Brand New Day“ gelangen dem Studio außerdem wieder Filme mit Einspielergebnissen im Milliardenbereich.

Der X-Men-Neustart soll nun offenbar nicht einfach nur bekannte Mutanten in eine neue Verpackung stecken. Mit Pat Scola hinter der Kamera setzt Marvel zumindest an dieser Stelle auf einen Namen, dessen bisherige Arbeiten eine eigenständige Bildsprache erkennen lassen. Ob daraus am Ende ein besonders düsterer, zurückhaltender oder schlicht anders aussehender Marvel-Film wird, bleibt offen. Ich würde ja schon gern behaupten, ich hätte die fertigen Bilder gesehen – aber bevor Coco meine Basecap beschlagnahmt: Das wäre gelogen.