Hey! Benji hier. Heute geht es um einen Wolverine, der nicht einfach nur mit finsterem Blick, Adamantium und schlechter Laune durch die Gegend stapft. In „Ultimate Wolverine“ wird Logan zum Winter Soldier: ein legendärer Attentäter, der aus dem Kälteschlaf geholt wird, wenn eine Mission erledigt werden muss. Marvel nimmt also zwei bekannte Figurenkonzepte und steckt sie in denselben Mantel. Mutig? Ja. Elegant? Ebenfalls ja. Ich hätte vermutlich noch eine goldene B-Kette ergänzt, aber niemand fragt mich bei Marvel nach Kostümen.

Die Handlung spielt auf der Erde des neuen Ultimate Universe. Dort wird die Eurasische Republik von Colossus, Magik und Omega Red regiert. Ihre Herrschaft wird im Artikel als besonders hart beschrieben. Für schwierige Aufgaben steht ihnen Logan zur Verfügung, der unter dem Namen Winter Soldier bekannt ist und als gefährlichster Killer des Regimes gilt.

Sein Alltag besteht allerdings nicht aus einem kurzen Einsatz und anschließendem Feierabend mit Kakao. Nach seinen Missionen wird Logan wieder eingefroren. Zusätzlich sorgen regelmäßige Eingriffe in sein Gedächtnis dafür, dass er als gehorsame Waffe funktioniert. Der Vergleich mit Bucky Barnes liegt dabei nahe, doch die Identität hinter dem Winter Soldier ist hier Wolverine. Das ist keine kleine kosmetische Änderung, sondern der zentrale Reiz dieser Version der Figur.

Ganz reibungslos funktioniert die Kontrolle über Logan offenbar nicht. Während des Kryoschlafs wird er von Träumen heimgesucht, obwohl er nach den beschriebenen Umständen eigentlich gar nicht träumen dürfte. In diesen Träumen tauchen Bruchstücke von Erinnerungen auf. Damit erhält die Geschichte neben dem politischen und militärischen Szenario auch eine persönliche Spur: Logan muss sich mit etwas auseinandersetzen, das durch Kälte, Manipulation und Einsätze nicht vollständig ausgelöscht werden konnte.

Der zugrunde liegende Artikel hebt außerdem hervor, dass sich „Ultimate Wolverine“ deutlich wie ein X-Men-Comic anfühle. Dabei werden die bekannten Figuren nicht einfach unverändert in eine neue Umgebung gestellt. Colossus, Magik, Omega Red und Wolverine erscheinen in einer neu interpretierten Konstellation, während die Geschichte zugleich ein Ensemble mit Anklängen an „Secret Avengers“ versammelt.

Für die Umsetzung wird Chris Condon genannt. Seine Aufgabe besteht hier darin, die Figuren in eine dystopisch-düstere Version Europas einzubetten und daraus eine zusammenhängende Handlung zu formen. Die Besprechung zieht dabei Vergleiche zu Ed Brubakers „Winter Soldier“-Saga, zu X-Men-Arbeiten von Grant Morrison und Joss Whedon sowie zu Barry Windsor-Smiths „Weapon X“. Das sind Einordnungen des Rezensenten, keine Aussagen über eine direkte Beteiligung dieser Künstler an „Ultimate Wolverine“. Ich sage das lieber ausdrücklich, bevor irgendwo ein Comicregal vor Aufregung umfällt.

Gerade diese Mischung macht laut der Vorlage den besonderen Charakter der Reihe aus: ein bekannter Wolverine, der nicht als klassischer Einzelkämpfer auftritt, sondern als kontrollierte Geheimwaffe eines autoritären Staates. Seine Gegner und Verbündeten stammen aus dem X-Men-Umfeld, seine Funktion erinnert an den Winter Soldier, und seine brüchigen Erinnerungen geben der Geschichte eine zusätzliche Ebene.

Ob Logan seine Vergangenheit vollständig zurückerlangt oder welche Folgen seine Träume für die Handlung haben, wird in den gelieferten Informationen nicht aufgelöst. Sicher ist nur: Dieses Ultimate-Universum setzt Wolverine in eine ungewohnte Position. Er ist nicht bloß der Mann, der erledigt, was andere nicht schaffen. Er ist selbst ein Projekt aus Kontrolle, Gewalt und verdrängter Erinnerung. Und genau deshalb wirkt diese Neuinterpretation verdammt interessant. Benji sagt: Krallen raus, Tiefkühlfach zu – der Winter Soldier hat heute Wolverine-Tag.