Hey! Benji hier. Netflix öffnen, zehn Minuten scrollen, danach den Eindruck haben, man habe gerade eine kleine Karriere als Bildschirmputzer begonnen? Muss nicht sein. Für dieses Wochenende stehen drei Filme im Mittelpunkt, die ziemlich unterschiedliche Geschmäcker bedienen: ein bildgewaltiges Science-Fiction-Epos, eine rasante Actionkomödie und ein historischer Politthriller. Also: drei Filme, null Ausreden – außer das Popcorn ist leer.

**1. „Dune“: zurück nach Arrakis**

Wer sich auf „Dune: Part Three“ einstimmen möchte, kann mit Denis Villeneuves erstem Teil der Saga beginnen. Die Neuverfilmung von Frank Herberts gleichnamigem Romanzyklus kam 2021 heraus und begleitet Paul Atreides, gespielt von Timothée Chalamet. Der junge Adelsspross gerät auf dem Wüstenplaneten Arrakis in ein Geflecht aus Gefahren und Intrigen. Außerdem leben dort riesige Sandwürmer, die vermutlich nicht besonders viel Wert auf höfliche Besuchsregeln legen.

Villeneuves Film erhielt bei FILMSTARTS die seltene Höchstwertung von fünf Sternen. Laut den vorliegenden Angaben spielte der Blockbuster 410 Millionen US-Dollar ein. Besonders hervorgehoben werden seine Besetzung, die aufwendigen Sets, die technische Gestaltung und das Sounddesign. „Dune“ setzt dabei auf eine gewaltige Welt, die nicht nur erzählt, sondern mit Bild und Ton regelrecht ausgestellt wird.

Der Film markiert den Auftakt von Villeneuves Science-Fiction-Reihe. Der Regisseur, der auch für „Arrival“ bekannt ist, zeigt darin, dass Herberts lange als schwer verfilmbar geltende Vorlage als großes Kino funktioniert. Mein fachkundiger Benji-Blick sagt: Wenn ein Sandwurm auftaucht, ist der eigene Snackvorrat plötzlich nicht mehr das größte Problem.

**2. „Bullet Train“: Ladybug fährt nicht allein**

Weniger Wüste, dafür deutlich mehr Zug: In „Bullet Train“ spielt Brad Pitt den Profikiller Ladybug. Seine Aufgabe besteht darin, einen geheimnisvollen Aktenkoffer voller Geld zu stehlen. Der Haken an der Sache sitzt auf Schienen – und im Hochgeschwindigkeitszug warten bereits mehrere psychopathische Auftragsmörder auf ihn.

Regie führte David Leitch. Der Film stammt wie „Violent Night 2“, das Anfang Dezember mit David Harbour in den Kinos starten soll, aus dem Umfeld von 87North Productions. Leitch ist außerdem als Regisseur von „Atomic Blonde“ und „Deadpool 2“ genannt. „Bullet Train“ verbindet laut den vorliegenden Angaben Action mit schwarzem Humor und drastischen Momenten. Die Handlung bleibt dabei weitgehend in der beengten Zugwelt, was für eine besonders angespannte Atmosphäre sorgt.

Im Zentrum steht kein klassischer Held, der tapfer durch eine Tragödie marschiert und dabei ständig bedeutungsvoll in die Ferne blickt. Ladybug ist vielmehr ein ungewöhnlicher Antiheld wider Willen. Genau diese verschrobene Hauptfigur gehört zum Reiz des Films. Kurz gesagt: viel Tempo, viele gefährliche Mitreisende und ein Koffer, den man lieber nicht unbeaufsichtigt im Gepäckfach liegen lässt.

**3. „München – Im Angesicht des Krieges“: Diplomatie unter Druck**

Der dritte Tipp führt ins Jahr 1938. Christian Schwochows „München – Im Angesicht des Krieges“ handelt von den Münchener Friedensverhandlungen, die den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verhindern sollen. Im Mittelpunkt stehen zwei frühere Studienfreunde, die sich in einem Netz aus Täuschung und Lügen wiederfinden.

Das Netflix-Original basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Robert Harris. Zur Besetzung gehören Jeremy Irons, George MacKay und Jannis Niewöhner. Der Film verbindet eine Geschichte über Freundschaft und innere Konflikte mit einem historischen Politthriller. Dabei richtet sich der Blick auf die Verantwortung des Einzelnen und auf politische Gespräche, die hinter verschlossenen Türen zu einem spannenden Katz-und-Maus-Spiel werden.

In der FILMSTARTS-Kritik erhielt „München – Im Angesicht des Krieges“ 3,5 Sterne. Positiv hervorgehoben wurden unter anderem die historische Ausstattung, die Figuren und Schwochows Regie. Der Film wird als unterschätzter Mix aus Historien-Drama und Politthriller eingeordnet. Das ist die Sorte Geschichte, bei der niemand laut „Ich habe einen genialen Plan!“ rufen sollte – denn meistens hört irgendwo bereits jemand mit.

Damit ist die Netflix-Auswahl klar sortiert: „Dune“ liefert Science-Fiction und große Bilder, „Bullet Train“ setzt auf Tempo und derben Actionhumor, während „München – Im Angesicht des Krieges“ historische Spannung und politische Konflikte verbindet. Drei Filme, drei Stimmungen. Und falls jemand danach immer noch weiter scrollt: Das war so geplant – nur das Ergebnis war überraschend.