Hey! Benji hier – und ich sage gleich dazu: Eine Ferienunterkunft, die schon beim Anklopfen verdächtig wirkt, wäre bei mir höchstens für zehn Minuten gebucht. In „The Strangers: Chapter One“ wird genau so ein Kurztrip zum Startpunkt eines neuen Angriffs der maskierten Killer.
Der Film ist der Auftakt einer eigenständigen Trilogie unter der Regie von Renny Harlin. Der Finne ist unter anderem als Macher von „Stirb langsam 2“ und „Cliffhanger“ bekannt. Mit „The Strangers: Chapter One“ nimmt er sich jenem Trio an, das 2008 erstmals in „The Strangers“ auftauchte. Damals inszenierte Bryan Bertino den Home-Invasion-Horror.
Die erste Begegnung mit den Maskenträgern entwickelte sich zum kommerziellen Erfolg und gewann innerhalb der Horrorgemeinde einen Kultstatus. Besonders die sehr geradlinige, bedrückende Inszenierung und das kompromisslose Finale blieben beim Original im Gedächtnis. 2018 folgte mit „The Strangers: Opfernacht“ ein weiterer Kinofilm, der laut der vorliegenden Kritik weder finanziell noch künstlerisch an den ersten Teil heranreichte.
Für „Chapter One“ wurden die Uhren danach auf null gestellt. Im Mittelpunkt stehen Jeff und Maya, die seit fünf Jahren ein Paar sind. Gespielt werden sie von Ryan Bown und Madelaine Petsch. Ihre Reise führt sie aufs Land, genauer gesagt in den US-Bundesstaat Oregon. In einem Diner wollen sie etwas essen, bemerken dort aber auch die misstrauischen Blicke der Einheimischen. Sehr gastfreundlich klingt das nicht – eher nach „Bitte nehmen Sie Platz und überprüfen Sie gleichzeitig Ihren Fluchtweg“.
Die Probleme nehmen zu, als der Wagen des Paares beim Aufbruch nicht mehr anspringt. In der örtlichen Werkstatt fehlen die passenden Ersatzteile, weshalb Jeff und Maya spontan eine Airbnb-Unterkunft mieten. Dort richten sie sich zunächst ein. Dann klopft es an der Tür. Aus dem harmlosen Geräusch wird der Beginn ihres Horrors.
Der Film ist nicht als direkte Fortsetzung der bisherigen Handlung angelegt, sondern bildet den losgelösten Beginn einer neuen Dreierreihe. Auf „The Strangers: Chapter One“ sollen „The Strangers: Chapter Two“ und „The Strangers: Chapter Three“ folgen. Damit erhält das maskierte Trio eine Geschichte, die über mehrere Filme hinweg erzählt werden soll.
Ob dieser größere Plan bereits im ersten Kapitel überzeugt, wird in der FILMSTARTS-Besprechung allerdings zurückhaltend beurteilt. Chefredakteur Christoph Petersen vergab 2,5 von 5 Sternen. Seine Kritik bemängelt vor allem, dass das Konzept einer übergreifenden Trilogie nicht besonders gut zu den Killern passe, deren bisherige Wirkung vor allem aus unmittelbarem, schnörkellosem Terror entstanden sei.
Ganz ohne Spannung bleibt der Auftakt nach dieser Einschätzung dennoch nicht. Die Kritik bescheinigt dem Film zeitweise eine unangenehme Atmosphäre und hebt Madelaine Petsch als vielversprechende neue Scream Queen hervor. Das Finale erreiche jedoch nicht die erschütternde Wirkung des Originals. Kurz gesagt: Es gibt genug dunkle Ecken für Nervenkitzel, aber offenbar nicht überall genug Biss für den ganz großen Horror.
Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann „The Strangers: Chapter One“ am Sonntag, 30. August, ab 22.45 Uhr bei RTL Zwei sehen. Es handelt sich um die TV-Premiere des Films. Benji-Filmregel Nummer eins: Wenn in einer fremden Gegend der Wagen streikt, die Werkstatt nichts reparieren kann und danach jemand an der Tür klopft, ist Camping im Auto plötzlich eine ernsthaft diskutierbare Alternative.
🎬 Film & Kino
Masken, Landstraße, Airbnb: „The Strangers: Chapter One“ feiert TV-Premiere
Renny Harlin schickt in „The Strangers: Chapter One“ ein junges Paar in eine abgelegene Gegend von Oregon – und drei maskierte Killer gleich hinterher. Der Auftakt der geplanten Horror-Trilogie läuft am 30. August erstmals im Fernsehen bei RTL Zwei.
