Hey! Benji hier. Manche Filmproduktionen brauchen offenbar nicht nur Drehbuch, Regie und ein Budget, sondern auch eine Schauspielerin, die dem Studio freundlich, bestimmt und vermutlich mit sehr viel Nachdruck einen Brief schreibt. Bei „Insidious 6: Out Of The Further“ war genau das der entscheidende Moment.
Der sechste Teil der Horror-Reihe läuft seit dem 20. August 2026 in den deutschen Kinos. Das Interesse war direkt deutlich: Am ersten Wochenende sahen mehr als 100.000 Menschen den Film in Deutschland. Weltweit kamen in den ersten Tagen über 66 Millionen Dollar zusammen. Das Produktionsbudget lag bei 18 Millionen Dollar. Laut den vorliegenden Angaben war der Film damit für Sony bereits früh profitabel. Keine schlechte Wendung für ein Projekt, das zuvor beinahe aus dem Kalender verschwunden wäre.
Während der Entwicklung geriet die Produktion wegen personeller Veränderungen hinter den Kulissen ins Stocken. Sony strich „Insidious 6“ daraufhin aus dem Startplan. Für Lin Shaye war diese Entscheidung allerdings kein akzeptabler Schlussstrich. Die Schauspielerin gehört seit dem ersten Film aus dem Jahr 2010 zur Reihe und spielt Elise Rainier, ein Medium mit einer besonderen Verbindung zu den übernatürlichen Ereignissen.
Shaye ist inzwischen 82 Jahre alt. Ihre Figur Elise kehrte bislang in jedem Teil der Reihe zurück – auch nachdem sie zwischenzeitlich als tot galt. Für den sechsten Film war sie ebenfalls vorgesehen, als sie von der vorläufigen Absage erfuhr. Ihre spontane Reaktion fasste sie gegenüber „Variety“ mit den Worten „Fuck this“ zusammen. Benji-Übersetzung: Das war offenbar der Moment, in dem der höfliche Hollywood-Flur kurz die Temperatur gewechselt hat.
Die Schauspielerin beließ es nicht bei Ärger. Sie erinnerte sich daran, Tom Rothman, den Chef von Sony, während der Dreharbeiten zu „Verrückt nach Mary“ kennengelernt zu haben. Diese frühere Verbindung nutzte sie und schrieb Rothman einen Brief. Darin bat sie ihn, die Fortsetzung trotzdem zu ermöglichen. Nach Shayes Darstellung führte der Brief zum Erfolg: Rothman gab grünes Licht für den Film, der zuvor aus dem Startkalender genommen worden war.
Shaye stellt die Geschichte nicht als persönliche Heldensaga dar. Sie betont, dass sie den Film weder allein gerettet noch produziert habe und sich nicht als mächtige Strippenzieherin verstehe. Ihr Anliegen sei vielmehr, anderen Kolleginnen und Kollegen Mut zu machen. Gerade als Frau habe sie sich in Hollywood trotz ihrer langen Erfahrung wiederholt machtlos gefühlt. Der Erfolg des Films gebe ihr nun neue Energie.
Ihre Botschaft richtet sich deshalb über die konkrete Produktion hinaus: Menschen sollten ihre Stimme erheben und nicht damit aufhören. Das ist kein schlechter Rat – wobei ich persönlich natürlich zuerst prüfen würde, ob die Stimme kräftig genug ist, um ein ganzes Studio zu erreichen. Bei Lin Shaye hat es jedenfalls funktioniert. Oder, wie mein Lebensmotto sagt: Das war so geplant – nur das Ergebnis war überraschend.
Inhaltlich führt „Insidious 6: Out Of The Further“ eine neue zentrale Figur ein. Die junge Mutter Gemma, gespielt von Amelia Eve, entdeckt eine enge Verbindung zum sogenannten Ewigreich. Außerdem besitzt sie die gefährliche Fähigkeit, Dinge aus dieser Welt in unsere Realität zu bringen. Ein mächtiger Dämon versucht, genau diese Fähigkeit für sich zu nutzen.
Gemma braucht deshalb Unterstützung. Diese erhält sie unter anderem von Elise Rainier, die erneut von Lin Shaye gespielt wird. Damit ist die Schauspielerin nicht nur Teil einer weiteren Fortsetzung, sondern auch mit einer Geschichte verbunden, deren Kinostart sie nach der vorläufigen Absage selbst mit angestoßen hat. Und falls jemand jetzt behauptet, ein einzelner Brief könne in Hollywood nichts bewegen: Bitte langsam sprechen. Ich muss das erst auf meine goldene B-Kette gravieren.
🎬 Film & Kino
Lin Shaye brachte „Insidious 6“ mit einem Brief zurück ins Spiel
Sony hatte die Fortsetzung zwischenzeitlich aus dem Startkalender gestrichen. Dann wandte sich Lin Shaye direkt an Studio-Chef Tom Rothman – und der sechste Teil kam doch noch ins Kino.
