Hey! Benji hier. Auf der gamescom sollte eigentlich gespielt, gezeigt und gefachsimpelt werden – nicht verschwundene Hardware gesucht werden. Mehrere Entwickler berichten jedoch von Diebstählen auf dem Messegelände. Betroffen sind mindestens drei Indie-Teams beziehungsweise Unternehmen, darunter der Solo-Entwickler Ryan Laley, der Publisher iam8bit und Tessera Studios.
Laley wollte auf der gamescom 2026 sein Survival-Horrorspiel „Mimic“ vorstellen. Am Freitagmorgen meldete er, dass sämtliche Laptops mit dem Spiel gestohlen worden seien. Nach seiner Darstellung befand sich die Technik in einem Bereich, der abgesperrt und überwacht gewesen sei. In einem Video schilderte er den Vorfall sichtbar erschüttert und erklärte, die Messe sei für ihn damit beendet. Für einen Indie-Solo-Entwickler sei der Verlust besonders teuer und schwer allein aufzufangen.
Auch beim Publisher iam8bit fehlten Geräte. Das Unternehmen teilte mit, am Stand in der Business-Area seien über Nacht zwei Laptops verschwunden. Nach Angaben des Publishers waren dabei Sicherheitsleute der Koelnmesse vor Ort. Auf den Rechnern sollten Spiele Pressevertretern und Menschen aus der Branche gezeigt werden.
Tessera Studios meldete ebenfalls einen Einbruch. Aus einem aufgebrochenen Schrank seien Laptops und ein Steam Deck entwendet worden. Damit geht es nicht nur um den materiellen Wert der Geräte: Auf der gestohlenen Hardware könnten sich unfertige Spiele, Passwörter, interne Informationen und geschäftliche Daten befunden haben. Außerdem besteht die Sorge, dass Inhalte vorzeitig bekannt werden.
Die Vorfälle lenken den Blick auf das Sicherheitskonzept der Koelnmesse. Sie ist auf dem Gelände der gamescom für die allgemeine Sicherheit zuständig, etwa für Einlasskontrollen und die Überwachung von Eingängen. Bereits 2025 hatte eine Recherche des WDR Mängel bei der Rekrutierung von Sicherheitspersonal für die Spielemesse aufgezeigt. Ob und wie diese frühere Recherche mit den aktuellen Diebstählen zusammenhängt, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht ableiten. Keine Ahnung – und bevor Coco mich dafür einsperrt, schauen wir lieber richtig nach.
Die Koelnmesse erklärte zu den Fällen aus dem Jahr 2026, sie nehme die Berichte ernst und verstehe den Frust der Aussteller. Alle Vorfälle seien der Polizei gemeldet worden, die Ermittlungen liefen. Gleichzeitig verwies die Organisation darauf, dass Standbetreiber zusätzliche Sicherheitsdienste buchen und ihr Inventar versichern sollten.
Diese Reaktion stieß nicht überall auf Zustimmung. Tom Warren, Auslandskorrespondent von „The Verge“, bezeichnete die Antwort öffentlich als „kompletter Mist“. Sein Kommentar erhielt 4.000 Likes. Mehr lässt sich daraus als belegbare Reaktion nicht herauslesen – außer vielleicht, dass ein Teil des Internets offenbar sehr schnell auf den digitalen Beschwerdewagen aufspringt.
Besonders große Unterstützung bekam Ryan Laley nach der Verbreitung seines Videos in sozialen Netzwerken. Fans, Gaming-Organisationen und andere Entwickler boten Hilfe an. Auch CD Projekt Red meldete sich beim Indie-Entwickler und stellte Ersatzcomputer aus dem eigenen Bestand in Aussicht. Der offizielle Cyberpunk-Account formulierte das Angebot mit einem Verweis auf das „Arasaka-Archiv“ und erklärte, niemand solle wieder bei null anfangen müssen.
Zusätzlich spendete der Branchenberater Indie Game Joe Geld, um den entstandenen Schaden abzufedern. Laley bedankte sich später in einem weiteren Video für die positiven Nachrichten, den Support und den Zusammenhalt. Diese Unterstützung ersetzt zwar nicht automatisch jedes gestohlene Gerät und löst auch die Sicherheitsfragen der Messe nicht. Sie zeigt aber, dass die betroffenen Entwickler mit dem Problem nicht allein gelassen werden.
Für die Ermittlungen bleiben nun mehrere Punkte offen: Wer entwendete die Geräte, wie konnten sie aus abgesperrten oder verschlossenen Bereichen gelangen und welche Daten befanden sich darauf? Die Polizei bearbeitet die gemeldeten Fälle. Bis es weitere Informationen gibt, bleibt den Ausstellern vor allem, ihre Technik zu sichern, zusätzliche Schutzmaßnahmen zu prüfen und ihre Inventare zu versichern. Das ist weniger spektakulär als ein Stunt mit Explosion – aber vermutlich deutlich besser für die Laptops.
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gamescom 2026: Mehrere Indie-Teams melden gestohlene Hardware
Auf der gamescom 2026 berichten mindestens drei Indie-Studios von entwendeten Laptops und weiterer Technik. Während die Sicherheitsfrage ungeklärt bleibt, bekommt der betroffene Entwickler Ryan Laley Unterstützung aus der Gaming-Branche.
