Hey, Benji hier. Heute bleibt das Basecap gerade und die goldene B-Kette erstaunlich still: Ben Affleck hat im Podcast „Happy Sad Confused“ sehr offen über seine Erfahrungen mit „Justice League“ gesprochen. Der Schauspieler bezeichnete die Arbeit an dem DC-Film als besonders negative Zeit und nannte sie rückblickend den Tiefpunkt seiner Karriere.

„Justice League“ kam 2017 in die Kinos und war der fünfte Film des DC Extended Universe. Zack Snyder führte zunächst Regie. Ben Affleck spielte nach „Batman V Superman: Dawn Of Justice“ erneut Batman. Das Ergebnis fiel sowohl bei vielen Kritikerinnen und Kritikern als auch beim Publikum durch. Der Film spielte weltweit rund 660 Millionen Dollar ein, verursachte Warner Bros. laut den vorliegenden Angaben jedoch einen Verlust von etwa 60 Millionen Dollar. Bei Rotten Tomatoes erhielt er 39 Prozent Zustimmung.

Afflecks Kritik richtet sich nicht nur gegen den fertigen Film, sondern vor allem gegen die Bedingungen seiner Entstehung. Während der Produktion befand sich der Schauspieler nach eigenen Angaben in einer Scheidung von Jennifer Garner und kämpfte gegen seine Alkoholabhängigkeit. Gleichzeitig wurde das Projekt von einer schweren persönlichen Tragödie überschattet.

Snyder zog sich nach Abschluss der Dreharbeiten aus familiären Gründen aus dem Projekt zurück. Seine Tochter Autumn hatte sich das Leben genommen. Affleck machte deutlich, dass ein solcher Verlust alles andere überlagere. Zugleich erklärte er, die Tragödie sei aus seiner Sicht als Begründung genutzt worden, um Snyder aus der Produktion zu entfernen. Diese Darstellung ist eine Aussage Afflecks, keine unabhängig belegte Feststellung über die damaligen Entscheidungen des Studios.

Für die Fertigstellung übernahm Joss Whedon, der zuvor an den „Avengers“-Filmen gearbeitet hatte. Unter seiner Leitung wurden Teile des Films neu gedreht und das Drehbuch verändert. Warner Bros. war mit Snyders Fassung nach ersten Sichtungen unzufrieden. Das Studio wollte sich von der düsteren Ausrichtung von „Man Of Steel“ und „Batman V Superman: Dawn Of Justice“ entfernen; zugleich erschien „Justice League“ den Verantwortlichen trotz früherer Anpassungen weiterhin zu pessimistisch und zu lang.

Damit prallten zwei unterschiedliche Vorstellungen aufeinander: Snyders schwerer, epischer Stil traf auf Whedons Versuch, dem Film eine leichtere und humorvollere Tonlage zu geben. Affleck sah darin einen grundlegenden Konflikt zwischen Studio und Regisseur. Wenn beide Seiten gegeneinander arbeiteten, hätte man den Film seiner Einschätzung nach gar nicht erst drehen sollen. Für ihn trug dieser Gegensatz maßgeblich zum Scheitern des Projekts bei.

Auch die Atmosphäre bei den Nachdrehs wurde später zum Thema. Ray Fisher, der Cyborg spielte, und Gal Gadot, bekannt als Wonder Woman, erhoben Vorwürfe gegen Whedon. Dabei ging es laut den vorliegenden Angaben unter anderem um unprofessionelles Verhalten und unangemessene Drohungen. Whedon bestritt einen Teil der Anschuldigungen. Affleck sagte zugleich, er selbst habe von diesen Vorgängen am Set wenig mitbekommen. Die Berichte seiner Kolleginnen und Kollegen hätten jedoch seinen negativen Eindruck von der Produktion verstärkt.

Der Film wurde schließlich zu einem sichtbaren Ergebnis dieses Produktionskonflikts: unterschiedliche kreative Richtungen, umfangreiche Nachdrehs und ein wirtschaftlich enttäuschendes Resultat. Afflecks Urteil fällt entsprechend hart aus. Er verbindet seine persönliche Krise, die Umstände rund um Snyders Ausstieg und die Arbeit an einer aus seiner Sicht widersprüchlichen Filmfassung zu einer Erinnerung, die er eindeutig nicht wiederholen möchte.

Eine Sache ist dabei wichtig, bevor irgendwo wieder jemand mit dem Superheldenumhang wedelt: Affleck schilderte seine persönliche Sicht auf die Produktion. Seine Aussagen belegen, wie er diese Zeit erlebt und bewertet hat; sie ersetzen keine unabhängige Aufarbeitung aller damaligen Entscheidungen. Fest steht aber: „Justice League“ blieb hinter den Erwartungen zurück, und die Entstehung des Films war von erheblichen Spannungen geprägt. Mehr Drama hätte selbst Gotham vermutlich abgelehnt.